Die Preisträger im Ideenwettbewerb „2000 Mäuse winken“ wurden gekürt. Fünf Kinder- und Jugendinitiativen erhielten eine Auszeichnung.
Über ein Preisgeld in Höhe von 500 Euro freuen sich vier Biesenthaler Kinder. Für ihren Kinderzirkus fehlten ihnen bislang Kostüme und Requisiten. Nun steht ihren Auftritten aber nichts mehr im Weg. Mit ihrer Show möchten sie vor allem alte Menschen und kranke Kinder begeistern. Der Erlös aus den verkauften Eintrittskarten wird bedürftigen Menschen zu Gute kommen.
Auch 16 Schülerinnen und Schüler aus einer 7. Klasse der Oberschule in Bernau dürfen sich über einen Gewinn in Höhe von 500 Euro freuen. Unter dem Motto „Wenn Fische schreien könnten“ möchten sie einen Basar gestalten, der statt mit Kuchen mit Geschichten aufwartet. Mit dem Verkaufserlös soll ein Schulplatz für ein Kind, in einem von Armut geprägten Land, geschaffen werden.
Kinderrechte sind ein Thema für das sich 7 Mädchen und Jungen aus Schwedt einsetzen. Gemeinsam mit der Kinderbeauftragten der Stadt konzipierte die Gruppe eine Wanderausstellung. Mit Hilfe der 450 Euro Preisgeld kann diese nun fertig gestellt und ab Januar auf Reise gehen.
Schon lange fehlt es Jugendlichen in Thomsdorf an Möglichkeiten, ihre Freizeit sinnvoll zu verbringen. Während eines Workshops sammelten sie Ideen, was es zu verbessern gelte. Von dem Bau einer Basketballanlage über die Einrichtung eines Kinderkinos bis hin zur Gründung eines Jugendclubs waren die Vorstellungen sehr vielfältig. Nun müssen sich die Jugendlichen entscheiden, wofür sie das Preisgeld in Höhe von 350 Euro verwenden.
Zerstörte Bushaltestellen sind ein Ärgernis. So auch in Lychen. Statt luftiger Glasscheiben gibt es dort nun dunkelbraune Platten. Einer Gruppe von 9 bis 11- jährigen Kindern gefiel das überhaupt nicht. Mit ihren 200 Euro Preisgeld werden sie jetzt gemeinsam mit einer Malerin die Bushaltestelle in ihrem Freizeittreff gestalten.
Wie kam es dazu?
Gleichberechtigt in einer Jury trafen sich Kinder und Erwachsene in Eberswalde, um über die Vergabe von Fördergeldern in dem Ideenwettbewerb zu entscheiden. Die Preisverleihung war am 27. November 2010. Unterstützt wurde das Projekt von der Amadeu Antonio Stiftung.
„Bin ich hier richtig?“ - Mit einem fragenden Blick betritt Mascha Join-Lambert (über 60), Menschenrechtsvertreterin aus Gerswalde, den Raum. Ja, sie ist richtig. Leonie, Ronja, Samira, Lennart, Eva Lina und Jaroslav (zwischen 12 und 15), Kinderrechtlerinnen und Kinderrechtler aus Eberswalde und Bernau, sitzen bereits im Mäuse-Bistro beisammen und laben sich nach einem langen Schultag an Käsehappen und Nüssen. Sie bildeten gemeinsam mit Dennis (Anfang 20), Vertreter des Kinder- und Jugendparlaments, und Stephan (Mitte 40), Jugendsozialarbeiter, bis Ende November 2010 die Jury für den Ideenwettbewerb „2.000 Mäuse winken“ der Bürgerstiftung Barnim-Uckermark. |
Die Welt verbessern
Kinder und Jugendliche aus Barnim und Uckermark waren dazu ermutigt worden, Ideen und Projekte einzureichen „mit denen sie die Welt ein kleines bisschen besser machen wollen“. Vorgaben gab es keine. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer konnten ihren Ideen freien Lauf lassen. Von kreativen Aktionen für mehr Mitbestimmung über soziales Engagement in der Gemeinde bis hin zur Gestaltung eines Treffpunktes für Jugendliche – alles war erwünscht. 10-16 jährige Kinder und Jugendliche konnten sich mit ihren Aktions- und Projektvorhaben bewerben.
Beate (Anfang 30) von der Bürgerstiftung diskutierte mit den Jury-Mitgliedern ihre Aufgaben. Haben die Kinder und Jugendliche die Idee für das Projekt eigenständig entwickelt? Wurden neue Wege entdeckt, um auf Probleme aufmerksam zu machen? Wurde das Projekt überwiegend durch den Einsatz von Kindern und Jugendlichen umgesetzt? Wurden vor allem Themen aus dem eigenen Umfeld aufgegriffen? Soll das Projekt auch später der Öffentlichkeit vorgestellt werden? – Das sind die fünf Leitfragen, anhand derer die Preisträgerinnen und -träger ausgewählt werden.
Mitten im Weihnachtstrubel
Spannend wurde es am 27. November 2010. Für wen die 2.000 Mäuse winken, hat die Jury bis dahin entschieden. Mitten im Trubel des Eberswalder Weihnachtsmarktes fand die Preisverleihung statt. Aufregend war es mit Sicherheit. Einstimmigkeit gab es bei den Jury-Mitgliedern darüber, dass sie am liebsten mehrere Aktionen unterstützen wollten und vor allem solche, bei denen etwas für andere Menschen getan wird.
Das Preisgeld für den Ideenwettbewerb stammt aus dem Verkauf von Kinderrechts-Keksen. Dahinter verbergen sich Glückskekse, die keine chinesischen Weisheiten enthalten, sondern auf die Rechte von Kindern hinweisen. Die ersten Kekse wurden noch in der Schulküche gebacken. Seit Herbst 2009 lässt die Bürgerstiftung die Kekse professionell produzieren. Der Verkaufpreis beträgt einen Euro pro Glückskeks. Verkauft werden sie an Infoständen, zu Kinderfesten oder Tagungen.
„Demokratie wird erfahrbar“
Kindern und Jugendlichen ihre Partizipations- und Beteiligungsmöglichkeiten auf Grundlage der Kinderrechte zu vermitteln, ist ein wichtiges Anliegen der Bürgerstiftung Barnim Uckermark. Sie sollen ermutigt werden, sich für ihre eigenen Belange und Rechte einzusetzen. Das Kinderrechte-Projekt hat hier bereits viele Ansatzpunkte aufgezeigt. Mit dem Ideenwettbewerb schloss sich für die Kinder und Jugendlichen aus dem Projekt ein Kreis. Die Mädchen, die die Idee zu den Keksen hatten, haben nämlich auch selbstgebackene Kekse verkauft, um mit dem Preisgeld eine Initiative zugunsten sozial benachteiligter Kinder zu fördern. Jetzt können sie nochmals Geld vergeben – dieses Mal in einem größeren Rahmen
 |