Bürgerstiftung Barnim Uckermark

Pressestimmen

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Tatort Lücke inszeniert erste Performance über jüdische Familien im Nationalsozialismus in Eberswalde

Stadtgeschichte
Zur Flucht gezwungen

Christina Sleziona / 27.03.2018, 06:00 Uhr

Eberswalde. Seit Freitag klafft eine Lücke weniger im Stadtbild: Grund dafür lieferte das Projekt „Tatort Lücke“, das zur ersten Performance auf der Baulücke Goethestraße 23b einlud. Etwa 110 Zuschauer besuchten die szenische Lesung über Eberswalder Juden zur Zeit des Zweiten Weltkriegs.

Auf dem Gelände der Goethestraße 23b steht heute kein Haus mehr. Dafür aber, für die Inszenierung eigens aufgebaut, eine gemütliche Wohnzimmerecke mit Couch, Sessel, Tisch und Teeservice. Denn hier am Platz des ehemaligen Eckhauses hat einmal eine jüdische Familie gewohnt: Begonnen hat alles, so erzählt Ellen Grünwald selbst, vor ihrer Haustür in der Goethestraße 27. Lilli Kirsh, geborene Löwenthal, jüdischer Herkunft, bittet die junge Mutter, einen Blick in die Wohnung werfen zu dürfen. Sie hätte früher hier gewohnt. Schnell stellt sich heraus, dass sie sich irrt: Ihr früheres Zuhause war die 23b. Trotz des Irrtums kann sich Lilli Kirsh noch gut an die Schrecken im Jahr 1938 erinnern, die sie in ihrer ehemaligen Heimat erleiden musste: Als jüdisches Mädchen wurde sie von der Schule verwiesen. Bald darauf wurde die Wohnung ihrer Familie gekündigt, ein Berufsverbot ließ nicht lange auf sich warten. In ihrer Not musste Lillis Familie Eberswalde so schnell wie möglich verlassen.

Für Ellen Grünwald wurde diese fälschliche Begegnung mit Lilli Kirsh ein Schlüsselerlebnis. Sechs Jahre lang hielt sie mit der älteren Dame Kontakt. Seitdem konnten von Grünwald auch weitere tragische Schicksale jüdischer Familien aufgedeckt werden, deren Geschichten ebenso an diesem Abend vorgestellt wurden.

Trotz der kalten Temperaturen und einigen Aussetzern der Technik, war die Theatergruppe um Ellen Grünwald sehr zufrieden mit der Aufführung. Über einen Monat lang wurde die Inszenierung mithilfe des Kanaltheaters geprobt. Zum Vorbild wurde das „Eberswalder Gedenkbuch für die jüdischen Opfer des Nationalsozialismus“ genommen, das die Ergebnisse der Recherche von Ellen Grünwald zusammenfasst. „Es ist wichtig, dass dieses Thema auch weiterhin eine Plattform findet“, betont die Autorin. Es dürfe nicht in Vergessenheit geraten, dass diese grausamen Ereignisse ebenso in der eigenen Heimatstadt geschahen.

Auch das Publikum schien die szenische Lesung gefallen zu haben. „Ich war erstaunt, wie viel emotionale Bindung ich zu Lilli und ihren Freundinnen aufbaute, weil ich am selben Ort stand“, sagt Sibille Schneider aus Eberswalde. Thomas Richter war von der Inszenierung ebenso beeindruckt. Besonders erstaunt war er von der große Menge an detailgetreuen Informationen, die die Vorstellung für ihn sehr realitätsnah wirken ließen.

Dass die Inszenierung zahlreich besucht wurde, freut Museumsleiterin Birgit Klitzke, die den Tatort Lücke mit Leidenschaftmitstemmt. Für sie ist es vor allem schön zu erfahren, „dass es uns mit diesem Projekt gelingt, das Interesse für die Stadtgeschichte bei Jung und Alt zu wecken“. Eine Wiederholung sei daher nicht ausgeschlossen.

Weiter geht es am 27. April mit „Tatort Lücke 2 – Meyers Radrennbahn Heegermühle/Finow“, von 15 bis 19 Uhr, auf dem ehemaligen Gelände des Sportparks.

Mit Einstein Im Fahrstuhl

Julia Lehmann / 18.03.2018, 18:39 Uhr - Aktualisiert 26.03.2018, 11:05

Eberswalde (MOZ) Die Kinder- und Jugenduni befindet sich im bereits zehnten Jahr. Am Sonnabend ging die diesjährige Ausgabe mit dem Familientag und dem Knacken der 12 000er-Marke zu Ende. Zwei Physiker widmeten sich einem der berühmtesten Wissenschaftler überhaupt: Albert Einstein.

Wer war Albert Einstein und, wofür ist er eigentlich berühmt geworden? Diesen Fragen sind Sylvia Schikora und Simon Halm in ihrer Vorlesung zum Thema „Was macht Einstein eigentlich im Fahrstuhl?“ am Sonnabend nachgegangen. Die Veranstaltung sollte zugleich Eltern in den Vorlesungssaal am Stadtcampus der Eberswalder Hochschule für nachhaltige Entwicklung (HNE) locken. Die beiden Physiker schlüpften dafür in die Rollen des Unwissenden und Wissenden und erklärten so grundlegende physikalische Phänomene, die auf den weltberühmten Albert Einstein zurückgehen. Dieser verstarb 1955, aber seine Relativitätstheorie ist nicht mehr aus der modernen Physik wegzudenken. Erst vor zwei Jahren konnten Wissenschaftler seine Theorie der Gravitationswellen belegen, wie Physikerin Sylvia Schikora den Kindern anhand eines Zeitungsartikels erklärt.Aber was weiß man noch über Einstein? Schikoras Kollege Simon Halm hilft den Kindern und Eltern auf die Sprünge und mimt den Professor mit weißer Perücke und herausgestreckter Zunge. So ziemlich jeder kennt das Foto Einsteins, auf dem er so zu sehen ist. Das ist aber längst nicht alles, wofür Einstein steht. „Einstein wird mit dem Satz ‚Alles ist relativ’ in Verbindung gebracht“, sagt Sylvia Schikora. Dieser Satz gilt aber nicht so allgemein, sei jedoch zum Beispiel richtig für Bewegungen. Die Erde bewegt sich mit mehr als 100 000 Kilometern in der Stunde um die Sonne, erklärt Schikora. „Und warum merken wir das nicht?“, fragt Simon Halm ungläubig. Alles auf der Erde bewegt sich mit, auch wir. Und deshalb ist Bewegung relativ, so Sylvia Schikora. Man kann also nicht sagen, wie schnell etwas insgesamt ist, sondern nur wie schnell es im Vergleich zu etwas anderem ist.

Die Trägheit nach Galileo Galilei spielt mit hinein. Ein Apfel, der während einer Bewegung fällt, fällt nicht gerade herunter, sondern in einer Kurve. Anhand einer Zeitlupenaufnahme können die Gäste das nachvollziehen. Dinge in Bewegung sind träge, erklärt die Physikerin. „Und ich dachte immer, Trägheit heißt, dass ich nicht anfangen will mich zu bewegen“, witzelt Simon Halm. Auch das ist richtig. Eine wesentliche Bedeutung für unser Sein hat auch der Magnetismus der Erde, die Gravitation nach Isaac Newton. „Alles klebt an der Erde wegen der Schwerkraft“, erklärt Sylvia Schikora. Einer von Einsteins wichtigsten Gedanken bestand darin: Was passiert, wenn ich in einem Fahrstuhl nach unten falle?Weil alle Dinge gleich schnell fallen, der Fahrstuhl aber zuerst, entsteht für die Person im Inneren ein Gefühl des Schwebens, der Schwerelosigkeit, erklären die beiden Wissenschaftler, die sich aus ihrer Arbeit an der Berliner Humboldt-Universität kennen. Zum Schluss wird es noch etwas komplizierter. Einstein entwickelte auch die Theorie der Raumzeit. Sie besagt, dass die Gravitation auf eine Krümmung zurückzuführen ist, die durch Massen wie Planeten bedingt ist. Mit 300 000 Kilometern pro Sekunde ist nichts schneller als das Licht. Und entgegen unserer eigenen Erfahrung zur Relativität von Bewegungen kann das Licht auch nicht schneller oder langsamer werden, wie zwei Photonen in einem Cartoon selbst erklären.Errungenschaften der Wissenschaft standen bei der zehnten Kinder- und Jugenduni Wissen über unser Gehirn oder Lebensraum Moor gegenüber. Abwechslung, auf die die Bürgerstiftung Barnim-Uckermark als Initiator Wert legt. „Wir hatten so viele Anmeldungen wie noch nie“, sagte Vera Clauder, Mitarbeiterin der HNE und Mitglied der Bürgerstiftung. In diesem zehnten Jahr sei die 12 000er-Marke geknackt worden. Etwa 1300 Schülerinnen und Schüler kamen allein in diesem Jahr zu den neun Vorlesungen. Ein großer Erfolg für das sechsköpfige ehrenamtliche Team. Der Familientag, so Vera Clauder, werde seit der zweiten oder dritten Ausgabe der Kinder- und Jugenduni ans Ende gestellt. „Unser primäres Ziel lautet aber, Wissensvermittlung an eine breite Bevölkerung von Kindern und Jugendlichen“, so Vera Clauder. Die Auswertung erfolge in den nächsten Tagen. Viel können die Organisatoren im direkten Gespräch mit den Gästen herausfinden. Und dann beginnt auch schon die Planung der elften Ausgabe.

Klassik-Experiment auf Holzpaletten

MOZ, Sven Klamann 17.07.2017

Eberswalde (MOZ) Spätestens als das Publikum am Freitagabend auch nach der erklatschten Zugabe minutenlang nicht damit aufhören wollte, Beifall zu spenden, stand fest, dass das Experiment geglückt war. Erstmals hatte es auf dem Hof der alternativen Kultur- und Begegnungsstätte ein Klassikkonzert unter freiem Himmel gegeben

Der Pianist Ulugbek Palvanov, in Usbekistan geboren und in Berlin zu Hause, ist schon an exotischeren Orten aufgetreten. "Zum Beispiel auf einem Klosterberg auf einer griechischen Insel - mit Blick aufs Mittelmeer", erinnert sich der mit zahlreichen Preisen bedachte Musiker von Weltrang. Und auch Klassikkonzerte an der frischen Luft sind für ihn beinahe Alltag. Zu seinen häufigen Open-Air-Auftritten in Dresden kommen bis zu 1000 Besucher. Dennoch dürfte der Auftritt von Ulugbek Palvanov im Exil auch für ihn etwas Besonderes gewesen sein. Wegen der berührenden Geschichte des Ortes, der ein Außenlager des KZ Ravensbrück beherbergte, in dem Zwangsarbeiterinnen unter unmenschlichsten Bedingungen hausten. Und weil das Exil heute vor allem als Treffpunkt der Punkszene bekannt ist, in der sich die meisten Lieder so anhören, als würden sie gegrölt und nicht gesungen. Zugleich ist die Stätte aber auch der Proben- und Aufführungsort des Eberswalder Kanaltheaters, zu dessen vielbeachteten Produktionen Anastasia Suvorov, Wahl-Eberswalderin mit Wurzeln in Nowosibirsk, Russland, die Musik beisteuert. Die gute Freundin des Pianisten hatte Ulugbek Palvanov zu diesem Abstecher überredet, den er nicht zu bereuen brauchte.

Das Ambiente allerdings war speziell: Der Flügel, eine Leihgabe von Anastasia Suvorov, stand auf einer provisorisch gezimmerten Bühne, die an jeder Ecke auf vier übereinandergestapelten Paletten ruhte. Fünf Scheinwerfer tauchten den Musiker und das Instrument in ein sanftes Licht, drei Mikrofone sorgten dafür, dass auch die leisesten Töne nicht verloren gingen. Über die Bühne war ein Zelt gespannt – ein Schutz vor Regen, der sich schließlich als überflüssig herausstellen sollte. Etwa 60 zahlende Zuschauer hatten sich im Exil eingefunden - und lauschten vom ersten Stück an, dem "Scherzo Nr. 2" von Frédéric Chopin, begeistert den Tastenspiel Ulugbek Palvanows.

Im ersten Teil seines Konzertes kam der Pianist ohne Noten aus. Aus dem Kopf trug er noch den bekannten fünften Abschnitt aus dem Klavierzyklus "10 Préludes op 23" von Sergej Rachmaninow und den "Mephisto-Walzer" von Franz Liszt vor. Nach der Pause ging es mit Filmmusik weiter - und Palvanov spielte vom Blatt. Zu hören waren unter anderem Melodien aus "Herr der Ringe", "Forest Gump" oder "Love Story". Ein Kontrapunkt zu diesem Klassik-Erlebnis wird am 25. Juli ab 20 Uhr geboten. Da treten die Antifa-Ska-Core-Punker von The Dead President aus Moskau auf.

Klassik-Experiment auf Holzpaletten - MOZ.de
www.moz.de/heimat/artikel-ansicht/dg/0/1/1589377/

Naturpark-Projekt 2017 - Beiträge zur nachhaltigen Regionalentwicklung im Naturpark Barnim

www.barnim-naturpark.de/unser-auftrag/wettbewerbe/naturpark-projekt-2017-beitraege-zur-nachhaltigen-regionalentwicklung-im-naturpark-barnim/

Beitrag der Bürgerstiftung Barnim Uckermark

Wandlitzer Bürgergesellschaft für Naturerhalt und Flächenentsiegelung

Glücksfall für die Natur im Wandlitzer Raum - So bezeichnete Revierförster Dirk Weier das Engagement der ca. 40 Wandlitzer Bürger, die unter dem Dach der Bürgerstiftung Barnim Uckermark als Stifter und Spender die finanziellen Mittel zum Erwerb des sogenannten Europa-Garten-Areals am Liepnitzweg in Wandlitz bereitstellten. Das Grundstück befindet sich in direkter Nachbarschaft zur Wohnbebauung im Gebiet der Außenbereichsatzung „Lanker Weg“ und ist ca. 5 Laufminuten vom Liepnitzsee entfernt.

Aufgrund des vorgelegten Renaturierungskonzeptes, das eine besonders naturschonende und daher langfristige Entsiegelung und Beräumung des Geländes zum Inhalt hat, gewann das Bieterverfahren um das 1,7 ha große Grundstück dann auch tatsächlich die Bürgerstiftung Barnim Uckermark. So werden zum Beispiel unterirdische Bauwerke, wie Brunnen und Zisterne zu Fledermausquartieren entwickelt und nicht abgerissen. 15 Jahre lang schlummerte das ehemalige Ferienheim einen Dornröschenschlaf, der dazu führte, dass große Mengen an Totholz vorhanden sind und sich sogar streng geschützte Pflanzen und Tiere ansiedeln konnten. Dieses Totholz verbleibt vor Ort, in der Vegetations-, Brut- und Setzzeit wird das Gelände nicht betreten. Fachliche Begleitung sagten bereits jetzt der Architekt Manfred Thon, die Untere Naturschutzbehörde des Landkreises Barnim, Revierförster Weier und Frau Prof. Wolff von der HNEE zu. Um dieses Renaturierungsprojekt und das damit verbundene Modell der gelebten Bürgergesellschaft einer größeren Öffentlichkeit vorzustellen, beteiligten sich die Initiatoren auch am Wettbewerb um das Naturparkprojekt 2017 des Naturparks Barnim. (Text: Torsten Stapel - Bürgerstiftung Barnim Uckermark)

Bürgerstiftung Barnim Uckermark erhält Lottomittel

03.12.2016 16:22 Uhr

Potsdam (dpa) Kindern vorlesen und Ehrenamtler beraten: Die Bürgerstiftung Barnim Uckermark erhält für ihre Arbeit vom Land Lottomittel in Höhe von knapp 10 000 Euro. Das Geld ist für einen neuen Internetauftritt und für Infomaterialien zum Ehrenamt gedacht, wie die Staatskanzlei am Samstag in Potsdam mitteilte. Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) betonte, dass die Bürgerstiftung die Zivilgesellschaft vor Ort stärke.

Die Initiative gibt es seit 2003 und wurde von Uckermärkern und Barnimern gegründet. Es gibt zahlreiche Projekte, darunter baut die Bürgerstiftung nach eigenen Angaben zusammen mit der Stadt Eberswalde eine Freiwilligenagentur auf, die Ehrenamtler vermittelt. Zudem gehen Lesepaten in Bibliotheken und Kindergärten. Ziel ist es, Lesekompetenzen von Kindern zu fördern. Ihren Sitz hat die Bürgerstiftung in Eberswalde (Barnim).

Graf überwacht Bürgerstiftung

MOZ, Sven Klamann 19.10.2016

Eberswalde (MOZ) Für die Bürgerstiftung Barnim-Uckermark werden verstärkt Förderer gesucht, die mit regelmäßigen Beiträgen die Projektarbeit unterstützen. Dieser Aufgabe stellt sich auch Friedrich Graf von der Groeben, der als neuer Stiftungsratsvorsitzender eine aktive Amtsführung anstrebt.

Zur engen Zusammenarbeit entschlossen: Friedrich von der Groeben (l.), Vorsitzender des Stiftungsrates, und Kai Jahns, Geschäftsführer, treffen sich regelmäßig persönlich und halten überdies per Telefon und E-Mail Kontakt.

"Ich bin wahrlich kein Grüßonkel, ich will mithelfen und mitbestimmen", kündigt Friedrich Graf von der Groeben an. Der 73-Jährige ist seit zehn Jahren Landwirt in Eickstedt bei Prenzlau, war zuvor nach eigenen Angaben auf unterschiedlichsten Gebieten unternehmerisch tätig, gehört zu den Initiatoren der Bürgerstiftung und fühlt sich ihr seit deren bescheidenen Anfängen auf das Engste verbunden.

Das Engagement des einstimmig zum Stiftungsratsvorsitzenden Gewählten nennt Kai Jahns (48), der ebenfalls frisch berufene Geschäftsführer der Bürgerstiftung, "ungemein vorbildlich und unverzichtbar".

Im Barnim und in der Uckermark hat die Bürgerstiftung, die 2003 als unselbständige Stiftung unter dem Dach der Amadeu Antonio Stiftung gegründet wurde und seit 2007 selbständig ist, mehrfach Meilensteine gesetzt. Die Kinder- und die JugendUni, die Freiwilligenagentur, die Initiative Lesezauber, der Engagementmarktplatz und der von der Stiftung ausgelobte Förderpreis für Demokratie gehören zu den vielen Leuchttürmen, die längst auf das gesamte gesellschaftliche Leben ausstrahlen.

Allein von den Zinsen, die das auf 132 000 Euro angestiegene Stiftungskapital abwerfe, sei das breite Betätigungsfeld natürlich nicht finanzierbar, hebt Friedrich Graf von der Groeben hervor, der von einem märkischen Adelsgeschlecht abstammt, das erstmals 1140 urkundlich erwähnt wurde. "Gerade in der aktuellen Niedrigzinsphase sind Zeit und Ideen eine mindestens ebenso wichtige Währung", betont der Stiftungsratsvorsitzende, der dennoch nie auf die Idee käme, die Verdienste der inzwischen mehr als 80 Stifter zu schmälern. Gleichwohl seien es die mehr als 100 Ehrenämtler, deren Einsatz den sozial und kulturell so bedeutsamen Projekten Leben einhauche.

"Die fünf Mitarbeiter der Stiftung stünden allein auf verlorenem Posten, zumal bei uns niemand vollbeschäftigt ist", stimmt der Geschäftsführer dem Stiftungsratvorsitzenden zu.

Etwa 200 000 Euro braucht die Bürgerstiftung pro Jahr, um ihre Aktivitäten im Barnim und in der Uckermark zu bezahlen. "Daher werden Förderer immer wichtiger, die sich bereit erklären, die vielfältige Projektarbeit regelmäßig zu unterstützen", sagt Friedrich Graf von der Groeben, der über die von seinen Eltern Karl Konrad und Ria Groeben gegründete Familienstiftung zu den größten Privat-Finanzierern der Bürgerstiftung gehört, aber nicht öffentlich ausbreiten möchte, wie hoch der von ihm überwiesene knapp fünfstellige Jahresbetrag genau ausfällt.

Wichtiger ist dem Stiftungsratsvorsitzenden, dass bereits 15 regelmäßigere Förderer gewonnen werden konnten. "Jeder Euro zählt", betont Friedrich Graf von der Groeben. Denn das größte Problem von Bürgerstiftungen sei oft, dass es in jeder Hinsicht an Kontinuität fehle. "Wer heute Zeit opfert, hat morgen manchmal keine Lust mehr, wer heute Geld überweist, macht das nicht im Selbstlauf auch morgen", fügt er hinzu. Daher sei allen zu danken, die sich dazu entschließen, dem Kreis der Förderer beizutreten, der aktuell durch Torsten Pelikan von Globus Naturkost in Eberswalde angeführt werde. "Seine 500 Euro jährlich sind zur Zeit der höchste Förderbetrag", bestätigt Kai Jahns.

Der Stiftungsrat sei nicht nur das Aufsichtsgremium, das die Arbeit des Vorstandes überwacht, betont Friedrich Graf von der Groeben. "Wir sind immer da, wenn wir gebraucht werden", sagt der Vorsitzende, der von Mohamed Hamdali, Vorgänger von Kai Jahns als Leiter der Koordinierungsstelle für Toleranz und gegen Fremdenfeindlichkeit in Eberswalde, Anetta Kahane von der Amadeu-Antonio-Stiftung, und Prof. Wilhelm-Günter Vahrson, Präsident der Hochschule für nachhaltige Entwicklung, begleitet wird. Das Gremium tagt mindestens zweimal jährlich und bei Bedarf häufiger.